Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das kennt sicherlich jeder. Pläne sind schön und ich denke auch wichtig. Pläne sind unser Versuch, unsere Ziele in den Wirren des Alltags zu erreichen.
Tja, und dann kommt es eben anders. Irgendetwas läuft nicht wie geplant.
Mal ist das nur der typische Sand im Getriebe des Lebens: andere Aufgaben, Termine und Momente quetschen sich in unsere Pläne. Die Pläne müssen angepasst und neu gedacht werden, aber das Ziel bleibt.
Und mal knirscht es mehr. Diese Abweichung von unserem Plan macht etwas mit uns. Sie rüttelt an uns – oder eher in uns. Sie bringt uns nicht nur dazu, unseren Plan auf den Kopf zu stellen, sondern dazu unsere Ziele zu hinterfragen. Ob sie überhaupt (noch) zu uns passen. Ob das wirklich unsere Ziele sind. Sie verändert unsere Perspektive und dadurch vielleicht sogar unsere Werte.
Mal ist das nur eine vermeintlich kleine zufällige Begegnung, die etwas in uns anrührt. Sei es, weil sie inspirierend oder erschreckend ist.
Mal ist es eine spontane Idee, die uns auf ganz neue Wege führt.
Mal ist es ein echter Schicksalsschlag.
Was sie aber in jedem Fall gemeinsam haben: sie sind nicht Teil unseres Plans. Sie sind nicht Teil dessen, was wir uns vorgestellt haben – vielleicht sogar etwas, das wir uns nie vorstellen konnten. Genau das ist es, was sie ausmacht. Erst dadurch werden Abweichungen vom Plan so bedeutsam. Dadurch, dass sie verändern, was wir bis dahin wissen, fühlen und denken.
Bedeutsam ist dabei weder positiv noch negativ gemeint. Es soll nur beschreiben, wie wichtig und prägend diese Momente, in denen es anders läuft als geplant, sein können.
Gleichzeitig frage ich mich, ob das nicht auch bedeutet, dass diese Abweichungen vom Plan gewissermaßen die Grundlage für Weiterentwicklung, Lernen und Wachstum sind. Und ob wir uns deshalb vielleicht seltener darüber ärgern sollten, wenn nicht alles läuft wie geplant, sondern lieber bewusst schauen, wohin uns unsere Abwege vom Plan führen. Denn die verfehlten Pläne bleiben ja eh eher die Norm als die Ausnahme. Zumindest bei mir.
"Die Dinge im Leben, die nicht wie geplant verlaufen, sind auf lange Sicht meist wichtiger und prägender als die Dinge, die es tun."
Maggie O’Farrell
Dieser Text ist im Rahmen meiner persönlichen Mai-Challenge entstanden, jeden Tag mindestens einen kurzen Text auf dem Blog zu schreiben. In den letzten Wochen ist das Schreiben bei mir nämlich wieder sehr in den Hintergrund gerückt, was ich sehr schade finde. Als „Prompt“ verwende ich die aktuelle Kalenderseite von meinem Abreißkalender von „Ein guter Tag“ (große Empfehlung übrigens:)).
Inspiriert wurde das ganze von Astrid Engels Idee, sich im Mai eine Challenge zu setzen, die schon lange auf der To-Want-Liste steht, aber nie so richtig geklappt hat.