Schon oft habe ich mich gefragt, wie die Themen, die mich so richtig begeistern eigentlich zusammenpassen. Immer dachte ich, da müsse es doch irgendein Puzzleteil geben, das meine unterschiedlichen Interessen zu einem großen zusammenpassenden Bild werden lässt. Aber bisher war der einzige gemeinsame Nenner genau das: meine Begeisterung.
Oder wie bringt man Medizin, eine Prise Feminismus und naturnahes Gärtnern zusammen? Und dann auch noch wenn mich die angeblich naheliegende Verbindung (zumindest hörte ich das immer wieder), nämlich das Thema Heilkräuter, gar nicht wirklich interessiert.
Ich habe schon vor diesem Blog gebloggt und mich oft zwischen den Themen, die mich eben alle so beschäftigen hin und hergerissen gefühlt. Ich wollte gerne über vieles davon sprechen, aber damit auch nicht alle verwirren. Übrigens auch ein Grund, weshalb ich eben diesen vorherigen reinen Gartenblog eingestampft und hier neu begonnen habe: um die Möglichkeit zu haben, über mehr als nur einen Aspekt dessen, was mich bewegt, zu schreiben.
Neulich habe ich mich mal wieder genauer mit meinen Werten auseinander gesetzt. Und habe das fehlende Bindeglied ausgegraben.
Einer meiner wichtigsten Werte ist Nachhaltigkeit – im doppelten Sinne.
Zum einen wünsche ich mir, dass mein Tun nachhaltig wirkt. Zum Beispiel im Kleinen, indem ich an der ein oder anderen Stelle mit einem Gedanken oder Text zum Nachdenken oder Austausch anrege. Aber aus diesem Grund liebe ich auch meine Arbeit in der Medizin, weil wir durch Behandlungen und unser Begleiten, das Leben der Patient*innen nachhaltig verbessern können. Und auch das Thema Aufklärungsarbeit, das mich brennend interessiert, ist so wichtig, weil man gerade durch diese Art der Bildung das Leben und die Gesundheit von Menschen in so vielerlei Hinsicht nachhaltig positiv beeinflussen kann.
Zum anderen bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur, ressourcenschonend und umweltverträglich zu leben (mal ultra-kurz gefasst), was natürlich bestens zu meiner Gartenleidenschaft passt. Nachhaltigkeit bedeutet vielmehr, ganz umfassend so zu leben, dass auch nachfolgende Generationen noch ein gutes Leben führen können. Und dazu benötigt es neben Klima- und Umweltschutz u.a. auch soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Bildung und Gesundheit. Siehe hierzu auch die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN.
Als ich mir das bewusst gemacht habe, hat es bei mir Klick gemacht. Die Themen, die mich so sehr beschäftigen lassen sich alle unter dem Nachhaltigkeitsgedanken vereinen.
Das ist sicherlich bei keinem der Themen der Grund, warum ich mich ursprünglich für sie interessiert habe. Es sind einfach für sich gesehen Themen, die ich spannend finde und die mir Spaß machen. Gleichzeitig denke ich aber, dass sie so viel Bedeutung für mich haben, weil sie eben so gut zu meinen Werten passen.
Diese Erkenntnis fühlt sich fast wie eine Erlaubnis an. Die Erlaubnis, von all dem hier etwas einfließen zu lassen. Und auch, ein aufgeschobenes Projekt doch anzugehen. Aber dazu vielleicht irgendwann später mehr.
Wusstest du schon „immer“ wie die großen Themen in deinem Leben zusammenpassen? Oder hattest du auch so einen Aha-Moment (oder wartest noch auf ihn)?